Galerie des Sculptures à Toucher – Musée Fabre – Montpellier – 2016

Warum nicht einmal auf den Schoß von Voltaire klettern, sein Gesicht genau studieren, seine Nase anfassen? Das inklusive, partizipative Museum bringt uns den Philosophen so nah wie nie.

Das Musée Fabre wünschte, eine Ausstellung zu organisieren, die vollständig für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen ausgerichtet sei, und in welcher der Zugang über die Sinne an erste Stelle gestellt werde. Wir wurden für die Realisierung ausgewählt, als Teil einer Anbietergruppe mit dem Gießer Corinne Durand, dem Unternehmen SNBR sowie dem Office de la Pierre Dure (Florenz, Italien).

Repliken der fünf kunstgeschichtlich bedeutendsten und wertvollsten Exponate des Museums wurden realisiert. Da die Original-Statuen strengen konservatorischen Bedingungen ausgesetzt sind, profitieren alle Besucher/Innen von den unempfindlichen Kopien, auf denen die zahlreichen spannenden Details mit Augen und Händen entdeckt werden können. Dieses Projekt erlaubte, eine digitale Produktionskette anzuwenden: Der 3D-Scan der Werke, dann das digitale Fräsen von Masters. Letztere dienten dem Modellieren, um dann im Guss von marmorionisiertem Kunstharz oder Bronze eingesetzt zu werden. Der Prozess erlaubte auch, die Werkzeuge und die Methoden des Bildhauers zu verstehen. Eine besondere Aufmerksamkeit galt dem Mobiliar und der taktilen Signaletik (in Braille und erhabener Schrift)

Wir haben mit großer Freude an den Meisterwerken von Houdon, dem großen Bildhauer der französischen Klassik, gearbeitet. Mit unserer Kopien besteht nun eine weitere, neben jener im Museum Louvre und in der Opéra Garnier.

Die Ausstellung bleibt nun permanent bestehen.

Das Projekt wurde begleitet von der Szenographin Isabelle Raymondo sowie dem Bureau du Sérif.

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