Kunsthistorisches Museum – Wien – 2018

Anfang Oktober eröffnete das Kunsthistorische Museum Wien die weltweit erste große monografische Ausstellung zum Werk des bekannten niederländischen Malers des 16. Jahrhunderts: Pieter Bruegel. Anlass dafür ist der 450. Todestag des Künstlers.

Das Kunstwerk „Kampf zwischen Fasching und Fasten“ wurde ausgewählt, um einen inklusiven Zugang zu der Arbeit von Bruegel zu geben! 

Die Taststation enthält Brailleschrift, Reliefschrift, farbige taktile Darstellungen und 3D-Reproduktionen von drei Objekten. Die taktile Station ist für alle Besucher gedacht, und ist insbesondere ein großes Hilfsmittel für Sehbehinderte, die das Werk von Bruegel im Raum verstehen möchten. 

Das Team von Tactile Studio hat sehr eng mit dem Kuratorenteam gearbeitet, um eine verständliche und inklusive Vermittlung von dem Gemälde zu erlauben. Bei der Konzeptionsphase wurde es entschieden, die Station in drei Hauptteilen zu gestalten:

1. Bildaufbau des Gemäldes: wie das ganze Bild strukturiert ist, mit taktilen Linien über die Bildkomposition, die Symetrieachsen, die zentrale Position von dem Brunnen. Mit diesem ersten Teil versteht man, dass das Gemälde zwei „Gesellschaften“ zeigt: die Welt der Kirche vs. die volkstümliche Welt (Fasten vs. Fasching / Block Kirche vs. Häuser). Da das Gemälde in Perspektive ist, geht es in diesem Teil nur um die Bildkonstruktion mit Linien und Blöcken und nicht um den Inhalt des Bildes. 

2. Inhalt und Figuren im Gemälde: in diesem zweiten Teil kann man die zwei Hauptfiguren des Gemäldes taktil identifizieren: männliche Figur der Faschingzeit links und Frau Faste rechts. Eine punktierte taktile Linie zeigt die Teilung zwischen den zwei Welten, die sich gegeneinander stehen. Zwei taktile Nummer stehen auf die Silhouette von zwei Figuren des Gemäldes, die im dritten Teil vergrößert und detailliert sind.

3. Objekte und entsprechende Figuren: die zwei Figuren, die im zweiten Teil mit einer taktilen Nummer gezeigt werden, sind in diesem Teil taktil vergrößert und die Objekte, die Sie in den tragen, sind auch taktil erkennbar. Neben diesen flachen Tastdarstellungen stehen die folgenden 3D-Objekte im vergrößertem Maßstab: die Spardose und die Münze von der Figur 1, ein Schuh von der Figur 2. Die Originalobjekte sind auch in der Ausstellung hinter Vitrinen zu sehen. 

Fotos: © KHM-Museumsverband

In allen Teilen sind die wichtigsten Reliefelemente farbig (und im Relief) dargestellt, während der Rest des Bildes weiß und schwarz ist, um eine schnelle Erkennbarkeit von den Elementen zu erlauben.

Verfahren von Tactile Studio:
1. Phase: Vermittlungsentscheidungen in Zusammenarbeit mit dem Kunde und digitale 2D-Konzeption
2. 3D-Modellierung von den drei Objekten nach Fotos
3. Druck und Herstellung von der Station


Mehr zum Inklusionsprojekt: https://www.bruegel2018.at/bruegel-barrierefrei/

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