Musée Bonnard – Le Cannet – 2017

„Es lebe die Malerei!“

Tactile Studio entwarf und realisierte drei taktile Versionen der berühmten Malereien von Pierre Bonnard. Ausgestattet mit Audio und direkt neben dem Original permanent installiert – bieten die inklusiven Stationen der Kunstvermittlung ein tieferes Verständnis des Künstlers.

Es lebe die Malerei! – Mit diesem Ausruf soll Pierre Bonnard seinen Malerkollegen und Freund Henri Matisse bei dessen Besuch an der französischen Riviera begrüßt haben. Bonnard lebte hier zurückgezogen, weit entfernt von der Pariser Avantgarde, allein mit seiner Frau Marthe. In leuchtenden, gleichzeitig melancholischen Farben malte er Interieurs, Stillleben, Landschaften und immer wieder den weiblichen Akt. Insgesamt entstanden mehr als 300 Werke. Mit seinem luftigen, lockeren Pinselduktus und dem Einsatz zarter, flirrender Pastellfarben gilt Bonnard als letzter großer Erbe des Impressionismus.

Das Musée Bonnard befindet sich in der Villa des Künstlers, genannt Le Bosquet, das Wäldchen. Zu den Meisterwerken der Sammlung gehören die Badezimmer-Motive: Bonnard ist Mosaizist, malt die vibrierenden Reflexionen der polierten Glasfliesen oder der Fenster. Eine kleine Brise weht, fährt in die Vorhänge. Aber es ist vor allem Wasser, das zittert. Marthe, einst auf zerknitterten Laken träge, schwebt dahin, bläulich und bewegungslos wie eine Leiche. Sie hatte die Manie der Sauberkeit. In Le Bosquet, abgeschnitten von der Außenwelt, wurde sie langsam verrückt…

Für Bonnard spielt ebenfalls die Landschaft eine grundlegende Rolle . Der Dialog mit der Natur ist für ihn ein Dialog mit der Malerei geworden. „Ich erfinde nichts, ich schaue“. Diese Beobachtungsgabe pflegt Bonnard täglich bei seinen Spaziergängen auf den Hügeln hinter seinem Haus, in denen er „Lebensvorsorge“ leistet. Immer mit einem Notizbuch und einem Bleistift versehen, kommentiert er mit Genauigkeit oder mit einfachen Worten die Anzeige des Wetters: „schön“, „Regen“, „regnerisch“, „gutes Wetter aber frisch, da ist Zinnober in den orangefarbenen Schatten und lila im Grau „.

Seine Kunst ist der intime Ausdruck der Empfindung, des Wunders der Schönheiten, die ihn umgeben. Farbe, aber auch mit der Tiefe und der Komplexität seiner Sensibilität.

Die taktilen Bilder:

– La promenade des nourrices  (Paravent)
– Akt im Profil (Gemälde)
– Das Speisezimmer in Cannet (tableau)

 

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