Zeitgenössische Kunst taktil: Roy Lichtenstein

Ein kleines internes Projekt :  taktile Bilder von Roy Lichtenstein

Roy Lichtensteins Bilder prägen sich ein: Konturen mit dicken schwarzen Linien und die so geschnittenen Formen gefüllt mit einem dichten Netzwerk aus kleinen Punkten, in Primärfarben gemalt. Diese Punkte, die aufgrund einer Schablone gleich groß sind, erzeugen auf der Leinwand den typografischen Rahmen. Zwei seiner Werke haben uns zu taktile Tafeln inspiriert:

„Magnifying Glass“, 1963: Zwischen 1961 und 1965 schuf Lichtenstein eine Serie von Gemälden in Weiß und Schwarz, die auf neutralem Hintergrund hergestellte Kunstgegenstände darstellen, die die Vereinfachung der Figuration bis zum Äußersten treiben. Die Hauptfunktion der Lupe besteht darin, das Objekt zu vergrößern, um es besser sehen zu können. Es ist daher eine Anspielung auf den kreativen Prozess des Malers.

„Sunrise“, 1965: Gleichzeitig fühlte sich der Künstler zu Klischees hingezogen, und das Landschaftsgenre schien den avantgardistischen Anliegen sympathisch fern zu stehen. Während ihre Thematik den frühen Pop-Comic-Gemälden Lichtensteins ähnelt, wurden seine gemalten Landschaften tatsächlich aus den Hintergründen der Zeichentrick-Szenen übernommen. Lichtenstein verwendete die gleichen haltbaren Rasterpunkte, destillierte aber die Kompositionen bis auf die elementarsten Bildelemente. Die Ergebnisse reichen von eher gegenständlichen Arbeiten wie Sunrise (1965) bis zu fast völlig abstrakten Arbeiten wie der Blue Seascape (1964). Die schwarzen Umrisse, die in Sunrise zu sehen sind, verschwinden und hinterlassen Streifen aus einfarbigen Farben und massierten Gruppierungen von Punkten, um den Bildraum zu definieren – Ozean, Berge, Himmel.

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